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Toni,
1 August 2009
Australia
, Kalbarri, Monkey Mia, Carnarvon
So, noch ein bisschen mehr über meine Erlebnisse am anderen Ende. Als ich meine Kamera also hatte, war ich bereit, weiter zu reisen und fuhr als erstes mit dem Bus nach Kalbarri. Der dortige Kalbarri National Park ist einer der bekanntesten in WA, vorallem wegen dem "natures Window", was ein vom Wind geformter Felsen mit einem Loch darin ist, durch welches man auf den Murchison River blickt. Kalbarri ist ein wirklich schöner kleiner Ort und auch wenn ich den Monat auf den Alandi Ponds sehr genossen habe, war es dennoch schön, wieder zu backpacken und neue Leute kennen zu lernen!
Nach einigen Tagen in Kalbarri habe ich einen Lift (mitfahrgelegenheit) nach Monkey Mia (Maya ausgesprochen) gefunden. Die zwei lustigen Holländer haben mich gerne die Strecke mitgenommen. Sie arbeiten dort auf einem Perlenboot, weit draussen im Meer. Zwar werden sie nicht dafür bezahlt, dafür brauchen sie aber nicht 3 Monate arbeiten um ihr Visum zu verlängern, sondern nur einen. Ganz gesetzestreu ist es nicht, aber es gibt viele solche Möglichkeiten, ein bisschen zu mogeln, um leichter an das zweite Working Holiday Visum zu kommen. Auch ich hätte dort arbeiten können, doch ich brauchte Geld. Und zwar ziemlich dringend. Darum blieb ich auch nur wenige Tage in Monkey Mia. Es ist kein Ort, sondern eigentlich nur ein riesen Resort mit Unterkunftsmöglichkeiten für alle Preisklassen, vom Campen bis zur Villa. Sehr schön war es dort, dass muss man sagen, aber dennoch für meinen Geschmack ein paar zu viele Besucher. Diese kommen alle wegen der wilden Delfine die nun schon seit vielen Jahren jeden Morgen an den Strand kommen. Angefangen hat es damit, dass ein Fischer sie immer mit Abfallresten seines Fanges gefüttert hat. Es kamen immer mehr Menschen, um sich diese regelmäßigen Besucher anzuschauen, derr Fischer wurde älter und schliesslich von den Freiwilligen des Resorts ersetzt, welches nur aus diesem Grunde dort gebaut wurde. Tatsächlich kommen die Delfine ins nur Knietiefe Wasser, um sich ihre kleinen Fische abzuholen und vorallem jedoch, um die ganzen Menschen zu begutachten. Delfine sind wirklich sehr neugierig und obwohl sie dass nun schon für viele Jahre so kennen und jeden Morgen die Menschenmassen am Strand sehen, kommen sie trotzdem zuverlässig absolut jeden morgen. Es ist schon ein wirklich tolles Erlebniss, wilde Delfiine so aus der Nähe zu betrachten und ihr Verhalten zu beobachten, wie etwa die verschiedenen schwimm-Formationen der Gruppe, das springen und vorallem neu war mir, dass sie sich wirklich richtig auf die Seite gelegt haben, um ein Blick nach oben in die Menschengesichter nur einen oder zwei Meter entfernt zu werfen. Aber die Menschenmassen können es auch schon ein bisschen verderben. Über 300 Leute waren an dem Morgen am Strand! Alle drängeln sich vor, um am meisten von den Tieren sehen zu können und obwohl es verboten ist, sind einige in Wasser gegangen und haben ständig versucht die Delfine anzufassen. Solches Verhalten macht nicht nur mich ärgerlich.
In Monkey Mia lernte ich Mariana kennen, die als Freiwillige mit den Delfinen arbeitet. Durch diese gute Connection durffte ich auch einen der Delfine mit einem Fisch füttern

Ich traf sie zufällig ein paar Tage später in Carnarvon wieder, wohin ich wieder mit (anderen) Holländern gefahren bin. Wir beide suchten dringend nach einem Job. Trotz alle Mühe, überall nachfragen, die Bananenfarmen besuchen und rumtelefonierens gab es nichts und das ist auch nicht zu erstaunlich, denn es suchten vielleicht 300 Backpacker in Carnarvon ebenfalls Arbeit. Sehr großes Glück hatte ich, als ich an dem Tag, als ich feststellte, dass sich auf meinem Konto nur noch 8 Dollar befinden, einen halbtagsjob in einem Motel fand. Das war wirklich sehr, sehr knapp gewesen! Schon eine Woche lang hatte ich aus Sparmassnahmen sehr wenig gegessen und dann auch nur sowas billiges wie Nudeln und Haferflocken. Doch nach den ersten paar Tagen als Housekeeper (Zimmermädchen) konnte ich mir endlich wieder etwas zu Essen leisten

In dem Motel arbeitete ich jedoch nur eine Woche oder so, da mich Mariana eines Abends anrief und meinte, sie hat einen Job auf einer Baumschule (Tree Nursery) einige 600km weiter südlich gefunden, wo sie morgen früh hinfährt. Sie darf auch noch jemand mitbringen und darum fragte sie mich, ob ich mitkomme. Anfangs war es mir ein bisschen zu spontan, da ich ja nun Arbeit hatte, doch als ich ein wenig länger darüber nachdachte, fragte ich mich, warum ich gezögert habe: wir können bis zu 4 Monate dort arbeiten, 6 bis 7 Tage die Woche, es ist eine durchschnittlich gute Bezahlung (immerhin besser als in dem Motel) und Unterkunft wird gestellt, da es mitten im Outback ist. Klar, das ist ideal! Soviele hunderte von Backpackern suchen nach Arbeit und in Carnarvon werde ich niemals so viel Arbeit kriegen.
Spontan wurde also umgeplant und schon am nächsten Morgen packte ich mein Zelt zusammen und trampte mit Mariana gen Süden.
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